Nach Recherchen im Sächsischen Staatsarchiv in den 2020er Jahren können wir davon ausgehen, dass die Gründung schon hier erfolgte: der Gründer Christian August von Friesen nahm es mit der Dokumentation nicht so genau, es war ihm wohl nicht wichtig. Ihn trieb ein kriegerischer Geist, er war oft unterwegs … und wurde als edler, wohltätiger und gebefreundlicher Herr beschrieben.
Er förderte das Kommunalwesen, die Bürger und das kulturelle Leben von Rötha.
Es war seit altersher das Vorrecht des freien Mannes, Waffen tragen zu dürfen. Deren Gebrauch musste und wollte geübt werden. Außerdem fehlten Gelegenheiten zum gemeinsamen Feiern. (Mit Schützenfesten kam neues Leben ins Städtchen.)
Der Wunsch der Bürgerschaft, eine Schützengesellschaft ins Leben zu rufen, fand die begeisterte Zustimmung des Schlossherrn Christian August von Friesen, Reichsfreiherr und Hochbestallter General-Lieutenant der Infanterie Seiner Königlichen Majestät in Polen und Churfürstlicher Durchlaucht zu Sachsen.
1727
Gründungurkunde Röthaer Schützengesellschaft durch den Kurfürstlich-Sächsischen Generalleutnant Ritter P.P. Christian August Freiherr von Freisen auf Schloss Rötha
1.Satzung - scharfe Bestimmungen, Rechte und Pflichten,
Freie unbescholtene Bürger
Kameradschaft und Sitte wurden gepflegt.
1737
24. September 1737
Christien August Freiherr von Friesen stirbt bei einer Schlacht gegen die Türken bei Belgrad. Er wird nach Rötha überführt und hier beigesetzt.
1737
Änderungen und Zusätze zur 1.Satzung (u.a. Ehrenämter)
Amt des Hauptmanns als Oberhaupt der Gesellschaft eingeführt
Amt des Hauptmanns – Bester Schütze des Jahres
1790
Baubeginn des ersten Schützenhauses (Fachwerkbau, oberste Etage: Saal mit Musikgalerie)
1834
19. Juli 1836
Einweihung des Saales im neuen Schützenhaus
1836
Überarbeitung der Satzung:
strengere Aufnahmebedingungen (Abstimmung) und
relativ hohe Eintrittsgebühr (war nur ziemlich Begüterten möglich)
1837
1848/49
Die Schützen dienen gemeinsam mit den Bürgern der Stadt dem Schutz der Stadt während der Revolutionszeit.
1848
Weitere Satzungsänderungen (u.a. Stimmzettel bei Wahlen, Kassierer zur Verwaltung des Vermögens; Aufsicht über die vereinseigenen Grundstücke und Gebäude übernimmt eine Baudeputation)
1850
1853/55
Zukauf des Grundstückes, auf dem das 1. Schützenhaus steht, durch die Gesellschafft für 125 Taler
1853
1864/66
Bau des neuen Schützenhauses mit Ballsaal auf der Stelle des alten
1864
Freiherr von Friesen stiftet eine Schützenfahne.
1879
Erstmalige Krönung des Schützenkönigs
1880
Nach der Reichsgründung und richtiger Vereinsgesetze war eine Überarbeitung der gesamten Satzung notwendig (Zweck der Gesellschaft, Eintrittsbestimmungen, passive Mitglieder, Schützenkönig – wird zur Tradition).
Die Privilegierte Schützengesellschaft zu Rötha erhält die Rechte einer juristischen Person.
1888
Planung und Bau der Musikhalle mit Bühne und Gastwirtschaft
1895
Schützenfest mit vielen Schützengilden von auswärts
Jubiläum (25 Jahre) der alten und Weihe der Neuen Fahne – wieder gestiftet von der Freiherrlichen Familie von Friesen
1904
Fortlaufende Bauerweiterungen und Umbauten am Schützenhaus – das erhält innerhalb der Privilegierten Schützengesellschaft gewissermaßen ein Eigenleben (Gastwirtschaft) und wird damit zum Zentrum des gesellschaftlichen Lebens der Stadt.
1908
Einheitliche Gewehre werden gestiftet:
60 Stück vom Freiherr von Friesen
15 Stück vom Ehrenkommandanten Paul Kuhn
1911
Festwoche vom 2. bis 10. Juni als Volksfest zum 175jährigen Bestehen der Privilegierten Schützengesellschaft
Festschrift würdigt die gesellschaftliche Stellung des Vereins.
Schirmherr ist die Freiherrliche Familie durch den Protektor Major Freiherr von Friesen.
Geschenk der Röthaer Schützenfrauen : Silberne Kette für den Schützenkönig
1912
1914 - 18
Kriegsbedingt ruhte das Vereinsleben.
1914
Das Schützenhaus ist wieder gesellschaftlicher Mittelpunkt:
1. Kino der Stadt und Gastwirtschaftsbetrieb mit Tanz und Theaterveranstaltungen
1920
Renovierung des Schützenhaussaales trotz finanzieller Not (Inflation)
Bau eines 50-Meter-Kleinkaliber-Schießstandes
1926
Schützenfest zum Fahnenjubiläum
Förderer und Stifter : Freiherr von Friesen
1929
Die Gesellschaft übernimmt die Patenschaft für Sohn der Freiherrlichen Familie, Heinrich von Friesen (geboren 1935)
1936
Letztes Schützenfest vor dem 2. Weltkrieg
Zwangsweise Auflösung der Vereine der Stadt Rötha durch die Hitlerische Reichsverordnung
1939
Vernichtung aller noch offiziell vorhandenen Vereinsunterlagen, Dokumente, historischen Waffen, Fahnen, Auszeichnungen und Vereinseigentümer (u.a zahlreiche Ehrenscheiben und Pokale) durch die Besetzermächte (USA, UdSSR)
Bürger und ehemalige Vereinsmitglieder sichern einige Dokumente in ihren Privatunterlagen.
1945
1989/90
Die gesellschaftlichen Veränderungen lassen den Gedanken an die Privilegierte Schützengesellschaft zu Rötha wieder aufleben.
1989
10. Juni 1994
Im 1864 erbauten Schützenhaus erfolgt die Wiedergründung der
Privilegierten Schützengesellschaft zu Rötha e.V.
Gründungsvorstand: Hans-Joachim Otto, Harald Aretz, Horst Zenker, Uwe Wellmann, Michael Berger
Es waren insgesamt 12 Gründungsmitglieder.
1994
10. Juni 1995
Erstes Schützenfest mit feierlicher Fahnenweihe unter der Schirmherrschaft des Regierungspräsidenten Walter Steinbach und Heinrich Freiherr von Friesen
Die Fahne ist wiederum eine Stiftung des Freiherrn, dem Patensohn und Ehrenmitglied der Gesellschaft.
Erster Schützenkönig: Hans-Joachim Otto
Erster Jungschützenkönig : Christian Meister (Enkel von H.-J. Otto)
Aufnahme freundschaftlicher Beziehungen zum Schützenverein Karnsberg in Murrhardt
1995
Beginn der sportlichen Aktivitäten der Vereinsmitglieder
Training : anfänglich in der Garage von Sportwart und Trainer H.-J.Otto
Später im Saal des Schützenhauses
1996
21. Juli 1997
260 Jahre Schützengesellschaft zu Rötha
- Jubiläumsschützenfest -
eröffnet mit der vereinseigenen Kanone auf dem Markt in Rötha
1997
Die Stadt Rötha (jetziger Eigentümer des Schützenhauses , Bürgermeister: Reinhard Kühnl (SPD)) übergibt das Traditionshaus dem Verein zur Nutzung (mietfrei, wir zahlen nur die Betriebskosten) und fördert Um- und Ausbau der Vereinsräume.
Um- und Ausbau erfolgt mit Eigenmitteln und in Eigenregie.
1998
Juni 1999
Fünftes Schützenfest!
Wir nehmen nach einem arbeitsreichen und finanziell sehr gebeutelten Jahr mit Freude unsere alten – neuen Vereinsräume und die neue 10m-Schießanlage für Luftdruckwaffen in Besitz.
1999
17. Juni 2000
Schützenfest in kleinem Rahmen
Die finanzielle Lage der Gesellschafft ist weiterhin angespannt, denn weitere bauliche Maßnahmen müssen durchgeführt werden.
Die sportlichen Ergebnisse der neugegründeten Privilegierten Schützengesellschaft zu Rötha e.V. können sich sehen lassen.
2000
Erste Schützenkönigin in der Gesellschaftsgeschichte: Kerstin Jüttner
2001
10 Jahre Privilegierte Schützengesellschaft zu Rötha e.V.
Fest mit dem Schirmherrn Freiherr von Friesen, Regierungspräsident W.Ch. Steinbach, dem Oberhaupt der Stadt D. Haym und den Vereinen der Stadt
2. Schützenkönigin: Dr. Elisabeth Jeschky
2004
Oktober 2006
Erste Vereinsfahrt nach Dresden
Eine Tradition beginnt, die nun jährlich erfolgt.
2006
Februar 2007
„Heinrich von Friesen – Pokal“ erstmalig vom Verein im SK 11 ausgetragen
2007
Anschaffung eines neuen Armbrustschießstandes
Damit ist der Verein flexibler und präsenter auf vielen Schützen- und Dorffesten.
Erneute bauliche Maßnahmen am Schießstand nach Auflagen von SB und Landratsamt
Seit dem Tod unseres Vereinsmitglieds H.-J. Otto wird eine vereinsinterne Meisterschaft unter dem Namen „Hans-Otto-Pokal“ ausgetragen.
2008
22./23. Juli 2010
Das seit 1864 bestehende Dach des Schützenhauses wird infolge eines Unwetters durch Starkregen beschädigt, es regnet bis zum Erdgeschoss durch. Die Vereinsmitglieder sichern in einem Großeinsatz alle Wertgegenstände, Inventar, Waffen und Fahnen vor Schäden.
Die Stadt (Bürgermeister: Ditmar Haym) saniert umfangreich das gesamte Haus und auch unsere Vereinsräume, aber es dauert …
2010
Nach der Renovierung können wir wieder in unsere Vereinsräume.
Das Schützenfest als Volksfest wird aus finanziellen Gründen zum internen Königsfest.
Festlegung des alljährlichen Datums Anfang Juni als Fest des amtierenden Schützenkönigs und Amtseinführung der neuen Schützenkönige.
2011
04.06.2011
Erstes Königsfest im Schützenhaus
2011
02.06.2012
2. Königsfest
275 Jahre Privilegierte Schützengesellschaft zu Rötha e.V.
Wir feierten und hatten die Vereine der Stadt und das Stadtoberhaupt zu Gast. Trotz angespannter finanzieller Lage entschloss sich der Verein, durch Spenden eine „Stufe“ der Marienkirchentreppe zu finanzieren.
2012
3. Königsfest
Vorbereitungen auf die Festwoche zum Gedenken an die Völkerschlacht 1813 laufen auf Hochtouren unter „275 Jahre Privilegierte Schützengesellschaft zu Rötha“
2013
Beginn des Dachausbaues für einen weiteren Schießstand
2016
Heinrich von Friesen stirbt
Mit ihm verliert die Schützengesellschaft einen besonderen Förderer, der mit viel Freude und Engagement die Gründung und Entwicklung als Ehrenmitglied und Stifter verfolgt hat.
2017
Die Stadt Rötha (Bürgermeister : Stephan Eichhorn) verkauft das Schützenhaus - zum Glück an einen Schützenkameraden.
2019
Deutschlandweiter Meyton-Herbst-Pokal in Brandis:
1. Platz Mannschaftswertung: R. Poppe, K. Borschke und M. Graichen
1. Platz Luftgewehr: Matthias Graichen
2021
Abschluss Dachausbau, Einbau und Abnahme von 4 neuen hochmodernen elektronischen Schießständen
2022
Landesrekord beim Meyton-Herbst-Pokal:
In der Altersklasse der Junioren 2 konnte unser Schütze Leonard Lieb mit 396,4 Ringen die beste Leistung erbringen.
2022
12-h-Schießen wir zum 2. Mal als Wettkampf im Verein ausgetragen und bekommt zu Ehren unseres verdienten und leider im Jahr 2020 verstorbenen Mitgliedes Michael Streubigen fortan den Namen
„Michael-Streubigen-Wettkampf“.
2022
3. Schützenkönigin: Ines Herzog
2023
Landesmeister des Sächsischen Schützenbundes
10m Luftpistole Auflage – Senioren 2 :
Uwe Herzog mit 296,7 Ringen
2025
25jähriges Mitgliedsjubiläum:
Helge Hollstein - unser Präsident
Rene Poppe - unser Kassenwart und Trainer
2025
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